Mitwirkungspflicht des Versicherten

Geschrieben von am 28. Mai 2010

Ein defekter Bolzen „vereitelt“ Schadensübernahme nach Einbruch

Ohne Weiteres greift ein Versicherungsschutz offenbar nicht. So jedenfalls hatte unlängst das Essener Landgericht entschieden. Im vorliegenden Fall ging es darum, dass eine Hausratversicherung sich erfolgreich weigerte, die Kosten für einen Einbruchdiebstahl zu übernehmen, weil das Türschloss eines geschädigten Versicherten in hohem Maße verrostet und demnach „funktionsunfähig“ war.

Leichtes Spiel für Einbrecher – „hartes Los“ für Versicherte. Zu Recht? Weil sich Einbrecher im Rahmen ihres „Raubzuges“ unberechtigten Zutritt zu einem Gelände verschaffen konnten, weigerte sich die Versicherung, den so entstandenen Schaden zu begleichen. Ein entsprechend eingesetzter Gutachter stellte bei der Ortsbegehung fest, dass der am Garagentor angebrachte Schlossbolzen verrostet und demnach völlig marode war, sodass dieser keineswegs kein Hindernis für die „ungebetenen Gäste“ darstellte. Ein problemloses Eindringen war somit möglich. Nach Ansicht des Versicherungsunternehmens war dies allerdings als ein grob fahrlässiges Verhalten des Versicherten zu bewerten, sodass eine Kostenübernahme aufgrund dessen nicht gerechtfertigt erschien.

Auch die Richter des Essener Landgerichts waren der Auffassung, dass ein Einbruchdiebstahl in erster Linie ein gewaltsames Öffnen von Türen und Toren erfordert. Denn nur auf diese Weise kann ein Eintritt in die in der Versicherungspolice benannten Räumlichkeiten überhaupt erst ermöglicht werden. Im vorliegenden Fall waren diese Voraussetzungen jedoch in keiner Form erfüllt, denn die Einbrecher brauchten keine große Energie daraufhin aufzuwenden, um das Schloss aufzubrechen.

Der Tatbestand eines Einbruchdiebstahls war aus diesem Grund nicht gegeben, sodass die Hausratsversicherung nicht zu einer Kostenübernahme verpflichtet werden könnte. In der Folge hatte also der Kläger, sprich: der Versicherungsnehmer den finanziellen Schaden, welcher durch die Entwendung unterschiedlicher (Wert-)Gegenstände entstanden war, aus eigener Tasche zu tragen. Unter anderem stand in diesem Zusammenhang auch der folgende Aspekt im Vordergrund: versicherte Personen, die zwar regelmäßig ihre Beiträge zu einer abgeschlossenen Versicherung leisten, aber dennoch keine tatsächliche „Mitarbeit“ unter Beweis stellten, haben somit auch keinen Anspruch auf eine Regulierung eines möglicherweise entstehenden Schadens. Und Fakt war im gegenwärtigen Fall ganz offenbar, dass der Versicherte nicht einmal ansatzweise ein „aktives Mitwirken“, welches eventuell zur Verhinderung des Einbruchs hätte beitragen können, gezeigt hatte.

Fazit: ein nurmehr geringer Reparaturaufwand hätte in der Tat Schlimmeres verhindern und folglich einen gravierenden Schaden vermeiden können.

Kategorie / Thema: Allgemein, Hausratversicherung, Nachrichten
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