Hausratsversicherung

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Unterversicherung

Bei einer Hausratversicherung gilt es ganz genau auf die vereinbarte Versicherungssumme zu achten. Ist diese zu klein spricht man von einer Unterversicherung. Wenn ein Objekt unterversichert ist, hat man im Schadenfall finanzielle Einbußen. Hier erläutern wir das Thema Unterversicherung.

Achtung: Alles zum Thema Unterversicherung

Bei der Hausratversicherung ist das Thema Unterversicherung ein heißes Eisen. Allerdings kommt es oft erst im Schadenfalle dazu. Dann ist es aber zu spät und die Versicherung zahlt nur die vereinbarte Versicherungssumme. Das kann zum Beispiel dazu führen, dass man nur die Hälfte des Werts seines Hausrats erstattet bekommt. Eine unangenehme Vorstellung, ist man doch im Schadenfalle in der Regel auf jeden Cent angewiesen. Aber was ist eigentlich eine Unterversicherung und wie wirkt sie sich genau aus? Dazu im Folgenden mehr.

Ansatz einer pauschalen Versicherungssumme in Deutschland üblich

In Deutschland wird zur Vereinfachung der Ermittlung der Versicherungssumme im Allgemeinen ein pauschaler Wert angewandt. Er liegt zwischen 650 und 750 Euro pro Quadratmeter. Die Größe des versicherten Objekts und der von der Versicherung angesetzte Wert ergeben miteinander multipliziert die Versicherungssumme. Diese Summe lässt sich noch verändern, wird aber häufig so vom Versicherungsnehmer akzeptiert, da viele die zum Hausrat zählenden Gegenstände als nicht wertvoll einstufen. Sie besitzen eben keinen hochwertigen Familienschmuck, haben keine teuren Bilder an der Wand hängen oder in eine umfangreiche unterhaltungstechnische Ausrüstung investiert. Das führt im Endeffekt dazu, dass ein Großteil der Haushalte unterversichert ist. Eine Unterversicherung liegt dann vor, wenn die Versicherungssumme unter dem realen Wert des Hausrats liegt.

Unterversichert – na und?

Die Unterversicherung muss nicht zwangsläufig zum Tragen kommen. Manche Menschen nehmen ihre Hausratversicherung nie in Anspruch, andere regulieren nur kleinere Schäden darüber und sind mit der Leistung ihrer Versicherung zufrieden. Im ungünstigen Fall kann eine Unterversicherung den finanziellen Ruin bedeuten. Das muss man so klar sagen! Bei einem Totalschaden in einer Höhe von 100.000 Euro und mit einer Versicherungssumme von 70.000 Euro würde man auf 30.000 Euro verzichten müssen. Jetzt sollte man sich fragen, ob man diesen Betrag mal eben schnell aufbringen kann, hat man gerade bei einem Brand alles verloren. Derartige Beispiele ließen sich in beliebiger Anzahl weiter vorbringen. Eine Unterversicherung wäre in einem solchen Moment ein Super-GAU. Daran denken die Meisten beim Abschluss der Hausratversicherung allerdings nicht. Man sollte es aber tun, um finanzielle Einbußen von vornherein auszuschließen.

Die Versicherungssumme den tatsächlichen Gegebenheiten anpassen

Eine unkomplizierte Variante, einer Unterversicherung zu entgehen, ist der Unterversicherungsverzicht. Eine Klausel in der Police verrät, dass der Hausrat mit einer Mindestsumme versichert wurde. Sie beginnt zumeist bei 650 Euro pro Quadratmeter. Mit Vereinbarung der entsprechenden Klausel ist es der Versicherung im Schadenfalle nicht erlaubt, Abzüge bei der Zahlung an den Versicherungsnehmer vorzunehmen, sofern keine weiteren Gründe für eine Verkürzung wie grobe Fahrlässigkeit vorliegen. Alternativ wird die Versicherungssumme nach den tatsächlichen Anschaffungswerten der Haushaltsgegenstände berechnet. Bei vielen Wertgegenständen oder teuren Elektrogeräten ist eine solche Ermittlung empfehlenswert. Zumindest sollte die Versicherungssumme entsprechend angepasst werden. Sind die Gegenstände älter, sollte man die derzeit geltenden Neuwerte in Erfahrung bringen. Immerhin wird der Wert für die Wiederanschaffung des Gegenstands im neuen Zustand von der Versicherung gezahlt.

Unterversicherung und Unterversicherungsverzicht – was heißt das?

Im Zusammenhang mit einer Hausratversicherung fällen häufig die Begriffe Unterversicherung und Unterversicherungsverzicht. Sie beziehen sich auf die Versicherungssumme in der Police. Fällt diese geringer aus, als der vorhandene Hausrat tatsächlich Wert ist, spricht man von Unterversicherung. Oft wird jene erst im Schadenfall bemerkt und zwar dann, wenn man weniger von der Hausratversicherung bekommt als die Anschaffung des Hausrats eigentlich gekostet hat. Wurden beispielsweise bei einem Brand zum Hausrat zählende Gegenstände für insgesamt 60.000 Euro vernichtet oder beschädigt und die Versicherung zahlt nur 50.000 Euro dafür, offenbart sich nach einem Blick in die Police in der Regel eine Unterversicherung. Durch die Klausel zum Unterversicherungsverzicht umgeht man eine solche Enttäuschung.

Unterversicherungsverzicht an Mindestversicherungssumme gebunden

Die Klausel zum Unterversicherungsverzicht wird nur bei Vereinbarung einer Mindestversicherungssumme gewährt. Sie bezieht sich auf die Wohnfläche in Quadratmetern. Dafür werden je nach Versicherungsgesellschaft zwischen 650 bis 750 Euro veranschlagt. Lebt man etwa auf 100 Quadratmetern und möchte vom Unterversicherungsverzicht Gebrauch machen, ist eine Mindestversicherungssumme von 65.000 bis 75.000 Euro erforderlich. Die Wiederbeschaffungspreise des Hausrats gelten als Grundlage für die Berechnung. Alle Dinge sind dementsprechend zum Neuwert versichert und einer Unterversicherung wird aus dem Weg gegangen.

Zwei Möglichkeiten zur Ermittlung der Versicherungssumme

Die oben vorgestellte Variante zur Ermittlung der Versicherungssumme ist die geläufigste. Dennoch kann sie finanzielle Einbußen für den Versicherten nach sich ziehen. Hat man wertvollen Hausrat, weil man vielleicht eher auf Markengeräte setzt, kann trotzdem so etwas wie eine Unterversicherung im Schadensfalle vorliegen. Deshalb gibt es eine zweite Möglichkeit zum Festlegen der Versicherungssumme. Hier bildet der tatsächlich vorhandene Hausrat die Basis. In einem sogenannten Wertermittlungsbogen, der von den Versicherungsgesellschaften zur Verfügung gestellt wird, listet der Versicherungsnehmer alle im Haushalt befindlichen Gegenstände auf. Obgleich dies mit viel Aufwand verbunden ist, lohnt sich das Verfahren schon aus dem Grund, da man so eine reale Vorstellung von den Werten bekommt, die im Haushalt lagern. Schätzung und Wirklichkeit liegen oft sehr weit auseinander! mehr zur optimalen Versicherungssumme

Unterversicherungsverzicht oder lieber doch nicht?

Auch bei der tatsächlichen Wertermittlung gilt es, den Unterversicherungsverzicht zu beachten: Die Hausratversicherung zahlt hierbei selbst bei einem Totalschaden nur die vereinbarte Versicherungssumme. Es kommt lediglich eine Vorsorge in Höhe von 10% hinzu. Daher sollte man gründlich darüber nachdenken, ob man für eine niedrigere Beitragszahlung eine Unterversicherung in Kauf nimmt. Kann man sich im Schadensfalle keinen neuen Hausrat kaufen, nutzt die Hausratversicherung nur wenig.

Fazit

Für die Berechnung der Versicherungssumme gibt es eine Faustregel: wenn man die die Wohnfläche  in Quadratmetern mit 600,00 bis 700,00 Euro multipliziert, erhält man einen ersten Richtwert für die Versicherungssumme. Allerdings muss dieser Wert abgeändert werden, wenn man viele Wertgegenstände oder teure Elektrogeräte besitzt. Wichtig: immer nach dem aktuellen Neuwert berechnen!

Bei einer Unterversicherung ist die Versicherungssumme niedriger als der tatsächliche Wert des Hausrates. Wenn es nun zum Schadensfall kommt und man ist, als Beispiel, mit 50% unterversichert, zahlt die Versicherung auch nur 50% der entstandenen Schadenssumme. Das kann zum Beispiel bei einem Hausbrand sehr teuer werden, womöglich gar ruinös sein. Deshalb sollte sich der Versicherte unbedingt über seine tatsächlichen Werte im Hausrat absichern lassen, er muss sich daher vor Abschluss einer Hausratsversicherung ganz genau überlegen – was besitze ich tatsächlich?

Eine Möglichkeit, einer Unterversicherung zu entgehen, ist es, mit der Versicherungsgesellschaft einen Unterversicherungsverzicht zu vereinbaren. Dabei wird allerdings eine Mindestsumme pro Quadratmeter Wohnfläche (ab 650,00 Euro) versichert. Dann kann der Versicherer im Schadensfall keine Abzüge an der Ersatzzahlung vornehmen.